Ratgeber · Photovoltaik auf Metalldach

PV auf dem Stehfalzdach ohne Dachdurchdringung: Falz und Klemmsystem prüfen

Falzklemmen können PV-Module ohne Öffnung der wasserführenden Fläche anbinden. Durchdringungsfrei bedeutet jedoch nicht nachweisfrei: Falzform, Material, Scharenbefestigung, thermische Bewegung, Klemmbereich und Lasten müssen zum System passen.

Genrih Porchatschow, Autor der SüdEnergie-Ratgeber

Verfasst vonGenrih PorchatschowAutor

Dachdeckermeister Michael Vehlow bei der Dachplanung am Arbeitsplatz

Fachlich geprüft vonMichael VehlowDachdeckermeister

Veröffentlicht: 2026-08-12 · Aktualisiert: 2026-08-12 · 9 Min. Lesezeit

Kurzantwort

Kurzantwort

Auf geeigneten Stehfalzdächern kann ein freigegebenes Klemmsystem Photovoltaik ohne Durchdringung der wasserführenden Dachfläche befestigen. Vorher müssen Falztyp, Material, Scharen und Hafte, Unterkonstruktion, thermische Längenänderung sowie Wind- und Schneelasten geprüft werden. Eine Klemme darf den Falz nicht unzulässig verformen oder notwendige Bewegungen blockieren.

Das Wichtigste auf einen Blick

  1. Durchdringungsfrei schützt die Dachfläche, ersetzt aber keinen Trag- und Verwendbarkeitsnachweis.
  2. Nicht jede Falzform und jedes Metall ist für jede Klemme freigegeben.
  3. Die Befestigung der Scharen am Unterbau gehört zum Lastpfad der PV-Anlage.
  4. Klemmenposition und Schienenplanung müssen Bewegungen des Metalldachs berücksichtigen.
In diesem Artikel

Welcher Falz und welches Material liegen vor?

Die Klemme muss für die konkrete Falzgeometrie und den Werkstoff vorgesehen sein.

  • Steh-, Winkel-, Rund- oder Systemfalz eindeutig bestimmen.
  • Material und Oberflächenbeschichtung aufnehmen.
  • Falzhöhe, -breite und zugänglichen Klemmbereich prüfen.
  • Reparierte, beschädigte oder ungewöhnliche Falze gesondert bewerten.

ERKLÄRGRAFIK

Durchdringungsfrei in vier Prüfschritten

Die Klemme kommt erst nach der Freigabe von Falz, Lastpfad und Bewegung.

  1. FalzGeometrie und Material bestimmen.
  2. ScharHafte und Unterbau erfassen.
  3. BewegungLängenänderung berücksichtigen.
  4. KlemmeSystembereich projektbezogen prüfen.

Die konkrete Ausführung folgt aus Dachtyp, Bestand, Lastannahmen und der Freigabe des gewählten Systems.

Wie gelangen die Kräfte vom Falz ins Tragwerk?

Die Klemme belastet nicht nur den Falz, sondern die gesamte befestigte Schar.

  • Scharenbreite, Hafte und deren Befestigung berücksichtigen.
  • Unterkonstruktion und Befestigungsabstände aus Unterlagen oder Aufnahme klären.
  • Winddruck und Windsog projektbezogen ansetzen.
  • Rand- und Eckbereiche gesondert bemessen.

Wie bleibt die thermische Bewegung erhalten?

Metallbahnen ändern ihre Länge; die PV-Unterkonstruktion darf diese Funktion nicht unzulässig behindern.

  • Fest- und Schiebepunkte des Dachs verstehen.
  • Klemmenpositionen mit der Scharenbewegung abstimmen.
  • Schienenstöße und Modulfelder systemgerecht planen.
  • Zwängungen zwischen Dach und PV-Unterkonstruktion vermeiden.

ERKLÄRGRAFIK

Geschlossene Dachfläche und vollständiger Lastpfad

Beide Ebenen müssen vor Bestellung und Montage zusammenpassen.

DACHFUNKTION

Wasser und Bewegung

  • geschlossene Fläche
  • funktionsfähiger Falz
  • thermische Bewegung
  • Materialverträglichkeit

PV-FUNKTION

Klemme und Unterkonstruktion

  • Klemmenfreigabe
  • Scharenbefestigung
  • Wind- und Schneelast
  • Schienen- und Modulplan

Ein Produktname ersetzt weder die Bestandsprüfung noch die projektbezogene Bemessung.

Wie wird das Klemmsystem freigegeben?

Produkt, Falz und Projektbericht müssen denselben Anwendungsfall beschreiben.

  • Aktuelle Montageanleitung vollständig prüfen.
  • Freigegebene Falztypen, Materialien und Dachneigungen abgleichen.
  • Vorgaben zu Klemmenzahl, Position und Montage beachten.
  • Sonderfälle vom Systemanbieter oder Planer freigeben lassen.

Was wird bei Montage und Wartung kontrolliert?

Die Falzverbindung muss zugänglich und ohne sichtbare Schädigung bleiben.

  • Falz vor und nach der Montage kontrollieren.
  • Klemmen nach Systemvorgabe montieren und dokumentieren.
  • Scheuerstellen und Kontakt unverträglicher Metalle vermeiden.
  • Wartungszugang und wiederkehrende Sichtkontrolle ermöglichen.

ALLGÄU & OBERSCHWABEN

Wind, Schnee und Wartungszugang am Standort

Wind- und Schneeeinwirkungen werden projektbezogen angesetzt. Im Allgäu können Dachgeometrie, Höhenlage, Verwehungen und abrutschender Schnee die Planung prägen; pauschale Lastwerte aus einem Ratgeber ersetzen keine Bemessung.

VOM DACHDECKERMEISTER GEPRÜFT

Was Michael Vehlow für Metalldach und PV bestätigt

Dachtyp und Unterbau, Dachzustand, projektbezogene Wind- und Schneelasten sowie der Anwendungsbereich des Montagesystems werden vor der Montageplanung geprüft. Blechdicken, Schraubenabstände und Klemmenwerte werden nicht pauschal aus einem Ratgeber übernommen. Für Weiterverwendung, Reparatur oder Erneuerung zählen Zustand, Korrosion, Dichtheit, Befestigung, Unterbau, Reparierbarkeit und erwartete Restnutzungsdauer.

Michael Vehlow · Dachdeckermeister

METALLDACH UND PV GEMEINSAM PRÜFEN

Dachaufnahme vor dem PV-Angebot

Wir nehmen Dachfläche, Eindeckung, Zugänglichkeit und elektrische Ausgangslage auf und benennen die nächsten fachlichen Prüfschritte.

Rückmeldung zum sinnvollen Prüfweg, nicht zu einem pauschalen Montagesystem aus der Ferne.

HÄUFIGE FRAGEN

Fragen zu Photovoltaik auf Metalldächern

Nein. Falztyp, Material, Zustand, Scharenbefestigung und der Anwendungsbereich des Klemmsystems müssen zusammenpassen.

Transparenz

Quellen & Aktualität

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