Ratgeber · Dachrinne und Fallrohr

Dachrinne dimensionieren: Fläche, Regen und Einläufe berechnen

Die Dimensionierung verbindet angeschlossene Dachfläche mit der örtlichen Bemessungsregenspende und der tatsächlichen Rinnen- und Fallrohrgeometrie. Pauschale Tabellenwerte reichen dafür nicht.

Genrih Porchatschow, Autor der SüdEnergie-Ratgeber

Verfasst vonGenrih PorchatschowAutor

Dachdeckermeister Michael Vehlow bei der Dachplanung am Arbeitsplatz

Fachlich geprüft vonMichael VehlowDachdeckermeister

Veröffentlicht: 2026-08-14 · Aktualisiert: 2026-08-14 · 8 Min. Lesezeit

Kurzantwort

Kurzantwort

Für die Dimensionierung werden die wirksamen Dachflächen je Ablaufpunkt und die örtliche Bemessungsregenspende zusammengeführt. Anschließend werden Rinnenform, Rinnenlänge, Einlaufpositionen, Richtungsänderungen, Einbauteile und Fallrohre berücksichtigt. Das Ergebnis gilt für die konkrete Geometrie; eine allgemeine Zuordnung von Quadratmetern zu einer Rinnengröße ist keine vollständige Planung.

Das Wichtigste auf einen Blick

  1. Dachflächen werden dem jeweiligen Einlauf zugeordnet.
  2. KOSTRA-Regendaten hängen von Standort, Dauer und Wiederkehrzeit ab.
  3. Einläufe und Fallrohre begrenzen die Bauteilkette mit.
  4. Einbauteile und Richtungsänderungen können die Leistung beeinflussen.
In diesem Artikel

Welche Dachfläche gehört zu welchem Einlauf?

Nicht die gesamte Gebäudefläche fließt zwangsläufig in dasselbe Fallrohr.

  • Wirksame Dachflächen je Rinnenabschnitt bestimmen.
  • Gauben, Kehlen und höher liegende Einleitungen zuordnen.
  • Anbauten und gemeinsam genutzte Rinnen gesondert erfassen.
  • Geplante Dachänderungen in die Flächenbilanz aufnehmen.

ERKLÄRGRAFIK

Die Bemessung als Eingabekette

Aus Fläche und Regen wird erst über die konkrete Bauteilgeometrie eine Auslegung.

  1. FlächeEinzugsbereich je Ablauf.
  2. KOSTRAÖrtlichen Regen bestimmen.
  3. RinneForm und Weg abbilden.
  4. EinlaufLage und Anzahl festlegen.
  5. FallrohrFolgeweg nachweisen.

Die konkrete Auslegung folgt aus örtlichem Regen, angeschlossener Fläche, Geometrie, Bauteilen und zulässigem Ableitungsziel.

Welche örtliche Regenspende wird angesetzt?

Der DWD stellt KOSTRA-Rasterdaten für Dauerstufen und Wiederkehrzeiten bereit.

  • Standort im KOSTRA-Raster bestimmen.
  • Erforderlichen Bemessungsfall nach Aufgabe und Regelwerk wählen.
  • Datenstand und verwendete Einheit dokumentieren.
  • Keine Beispielwerte eines anderen Orts übertragen.

Wie beeinflusst die Rinnengeometrie das Ergebnis?

Querschnitt allein beschreibt den Abflussweg nicht vollständig.

  • Rinnenform und nutzbaren Querschnitt festlegen.
  • Länge, Gefälle und Lage des Einlaufs berücksichtigen.
  • Ecken, Winkel und Richtungsänderungen einbeziehen.
  • Laubfang oder andere Einbauteile nur mit passender Bewertung ansetzen.

ERKLÄRGRAFIK

Eingaben und Ergebnis sauber trennen

Beide Ebenen werden getrennt aufgenommen und vor der Ausführung zusammengeführt.

EINGABEN

Projektbezogene Daten

  • Dachflächen
  • KOSTRA-Regenspende
  • Rinnenweg und Form
  • Einläufe und Formteile

ERGEBNIS

Abgestimmte Bauteilkette

  • Rinnenquerschnitt
  • Einlaufanordnung
  • Fallrohre
  • Dokumentierte Systemgrenze

Eine intakte Rinne kann hydraulisch unpassend sein; eine passende Größe ersetzt keinen mängelfreien Anschluss.

Wie werden Fallrohre und Übergänge zugeordnet?

Die Rinne kann nur so sicher abgeben, wie der nachfolgende Weg Wasser übernimmt.

  • Anzahl und Lage der Einläufe festlegen.
  • Fallrohrleistung und Verziehungen prüfen.
  • Übergang zum Standrohr oder zur Grundleitung aufnehmen.
  • Engstellen und schwer zugängliche Reinigungsbereiche vermeiden beziehungsweise benennen.

Welche Angaben gehören in eine nachvollziehbare Berechnung?

Die Berechnung wird nur prüfbar, wenn Eingangsdaten und Systemgrenzen dokumentiert sind.

  • Dachflächen und Zuordnung je Ablaufpunkt.
  • KOSTRA-Standort, Dauer und Wiederkehrzeit.
  • Rinnengeometrie, Einläufe, Fallrohre und Formteile.
  • Annahmen, Einbauteile und Grenze zum Grundstückssystem.

ALLGÄU UND OBERSCHWABEN

Örtlicher Regen und Grundstück entscheiden mit

KOSTRA-DWD liefert standortabhängige Starkniederschlagsdaten. Wohin Regenwasser geleitet werden darf, hängt zusätzlich von Grundstück, Boden, Schutzgebieten, kommunaler Satzung und gegebenenfalls wasserrechtlicher Erlaubnis ab. Deshalb werden weder eine Regenspende noch ein Fallrohrdurchmesser pauschal für die Region angesetzt.

FACHLICH GEPRÜFT

Bemessung und Zustandsentscheidung bleiben objektbezogen

Dachdeckermeister Michael Vehlow bestätigt die Prüfkette aus wirksamer Dachfläche, standortbezogenem KOSTRA-Bemessungsregen, Rinnengeometrie, Einläufen, Fallrohren, Formteilen und anschließendem Ableitungsweg. Pauschale Allgäu-Regenspenden, Rinnen- oder Rohrgrößen, Gefälle, Halterabstände und Wartungsintervalle werden nicht veröffentlicht. Bei Reparatur oder Erneuerung entscheiden Schadensursache, Korrosion, Verbindungen, Halter und Traufe, Geometrie, hydraulische Eignung, Materialverträglichkeit und erwartbare Dauerhaftigkeit gemeinsam.

Michael Vehlow · Dachdeckermeister

VOM DACH BIS ZUM ABLEITUNGSZIEL

Dachrinne und Fallrohr am Gebäude prüfen

Für eine belastbare Einordnung werden Dachgeometrie, vorhandene Rinne und Fallrohre, Anschlüsse, Schäden und der weitere Regenwasserweg benötigt.

Rückmeldung zum nächsten sinnvollen Prüfschritt, nicht zu Bauteilgröße oder Festpreis aus der Ferne.

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Die wirksame, dem jeweiligen Rinnenabschnitt und Ablaufpunkt zugeordnete Dachfläche. Teilflächen müssen deshalb getrennt betrachtet werden.

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